Willkommen!

Wie schön, dass ihr mein Sammelsurium gefunden habt!
Über Rückmeldungen würde ich mich freuen
- als Kommentar oder an: strick_else(at)yahoo.de
Danke
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Mittwoch, 22. Januar 2014

Allein/ Alone/ Sola

In meinem letzten Post steht immer noch der Weihnachtsurlaub. Das muss ich nun endlich ändern.
Denn unser Urlaub dauerte nur einen Tag, dann folgten 10 Tage in einem Lissabonner Krankenhaus und am 2.1. hat mich Walter für immer verlassen.
If I want to continue with my blog - and with my life - I have to acknowledge the fact that Walter left me forever on the 2nd of January.
Si quiero continuar con este blog - asi como con mi vida - debe aceptar el hecho que Walter me ha dejado por siempre el 2 de enero.

The cat that walked by himself - Rudyard Kipling

Aber immerhin hat die Katze den Schwanz mutig erhoben und setzt einfach Schritt vor Schritt, ohne sich vor dem langen und farblosen Weg zu fürchten. Und vielleicht gibt es ja am Wegesrand interessante Ablenkungen oder es wird irgendwann Frühling und die Farben kehren zurück.
But at least the cat has courageously lifted its tail and just sets step in front of step without being afraid of the long and colourless road. And maybe there will be interesting finds by the roadside or it will eventually become spring and the colours return.
Pero al menos el gato ha levantado la cola animosamente y hace paso por paso sin tener miedo del camino largo y descolorido. Y quizás hay cosas interessantes a lo largo del camino o algún día sería primavera y los colores vuelven.

Über (Lebens)wege gibt verschiedene Lieblingsgedichte von mir, passenderweise
About roads (of life) there are several favourite poems of mine, adecuately
Sobre caminos (de la vida) tengo algunas poemas favoritas, adecuadamente
in deutsch/ in German/ en alemán: Hermann Hesse - Stufen
in englisch/ in english/ en inglés: Robert Frost - The road not taken
in spanisch/ in spanish/ en español: Antonio Machado: Caminante no hay camino

And here is the story of "The cat that walked by himself" by Rudyard Kipling

Donnerstag, 6. Juni 2013

Coming home

Tomorrow evening I'll be back home. There's a lot to tell!

Norman Rockwell: Returning from Camp

Montag, 26. November 2012

Wie die Zeit vergeht....

Henri de Toulouse-autrec: Le Lit - Musée d'Orsay, Paris
Zum 13. Hochzeitstag!

Freitag, 16. März 2012

Ausflug der Woche - Parque de las Ciencias de Granada

The next few posts I will (have to) write in English, so that some important and helpful people can read it... But I think all my other readers will manage as well :-)
So, my trip of the week is really a trip for a week – to cat-sit in the mountains of Costa Blanca.

It started on Tuesday, 13th of March by going to Granada. As there is no direct bus from Antequera to Alicante, I decided to make a stop-over in Granada. The pomegranates of Granada are everywhere. (Las granadas de Granada... :-) )




I stayed in her little apartment in this beautiful house








I found a place to stay with a very nice greek girl via couchsurfing.






Then I went to the Parque de las Ciencias, because I had heard about an exposition of the lithographs and woodcuts of M.C. Escher. Unfortunately they did not have any postcard of his works - but I took at least this one photo.


But there was so much more to see, and even though I was there for about five hours - until they closed - I did not have time for everything.












Life-size animated models of Tyrannosaurus rex and the question, whether it was a predator or a scavenger...




... and a tropical butterfly house...












... and a show of free-flying birds of prey...

... and botanical walks ...
...and a solar powered spring, where you could move the panel and see the different effects, when directly to the sun or not....
... and displays about water and wind energy...



... and an observation tower with view of the Sierra Nevada...
... and the Alhambra

Tomorrow I'll tell you more about my stay here...
So long

Sonntag, 5. Februar 2012

Zitat der Woche - diesmal von Ringelnatz

Ich wollte euch ja noch mehr von meiner Norddeutschland-Tour erzählen...

Geflogen bin ich mit ryanair von Málaga nach Bremen. So früh morgens, dass ich den Abend in Málaga verbringen musste.
 (Übrigens habe ich - wieder mal zu spät, die Idee für eine weitere Fotosammlung gehabt: 
jeden Abend das Bett. 
Also Di. 24.1. Hostal La Hispanidad, Málaga - Bild aus der homepage- Mein Zimmer kam mir kleiner vor, ich hatte aber auch zwei Betten. Das Hostal ist übrigens verkehrsgünstig gegenüber vom Bahnhof gelegen, wo auch schon ab 5 h eine S-Bahm zum Flughafen fährt)

Da ich erst am Abend bei Sabine in Rostock sein wollte/ sollte, hatte ich 3 Stunden Zeit in Bremen. Genau das richtige, um die Kunsthalle zu besuchen, in der gerade eine Edvard-Munch-Ausstellung läuft. Sehenswert!
Meine Postkarten-Sammlung konnte ich natürlich auch aufstocken, nicht nur mit Munch, sondern auch mit Monet, Picasso, Liebermann und
diesem Holzschnitt von Felix Vallotton:
"Man meint, daß beide
Sich nach nichts, als danach sehnen,
Sich auf Sofas schön zu dehnen."
Und so bin ich nun endlich beim Zitat der Woche gelandet, einem schönen Gedicht von Joachim Ringelnatz:

Schöne Fraun und Katzen pflegen
Häufig Freundschaft, wenn sie gleich sind,
Weil sie weich sind
Und mit Grazie sich bewegen.

Weil sie leise sich verstehen,
Weil sie selber leise gehen,
Alles Plumpe oder Laute
Fliehen und als wohlgebaute
Wesen stets ein schönes Bild sind.

Unter sich sind sie Vertraute,
Sie, die sonst unzähmbar wild sind.

Fell wie Samt und Haar wie Seide.
Allverwöhnt. – Man meint, daß beide
Sich nach nichts, als danach sehnen,
Sich auf Sofas schön zu dehnen.

Schöne Fraun mit schönen Katzen,
Wem von ihnen man dann schmeichelt,
Wen von ihnen man gar streichelt,
Stets riskiert man, daß sie kratzen.

Denn sie haben meistens Mucken,
Die zuletzt uns andre jucken.
Weiß man recht, ob sie im Hellen
Echt sind oder sich verstellen?

Weiß man, wenn sie tief sich ducken,
Ob das nicht zum Sprung geschieht?

Aber abends, nachts, im Dunkeln,
Wenn dann ihre Augen funkeln,
Weiß man alles oder flieht
Vor den Funken, die sie stieben.

Doch man soll nicht Fraun, die ihre
Schönen Katzen wirklich lieben,
Menschen überhaupt, die Tiere
Lieben, dieserhalb verdammen.

Sind Verliebte auch wie Flammen,
Zu- und ineinander passend,
Alles Fremde aber hassend.

Ob sie anders oder so sind,
Ob sie männlich, feminin sind,
Ob sie traurig oder froh sind,
Aus Madrid oder Berlin sind,

Ob sie schwarz, ob gelb, ob grau,
Auch wer weder Katz noch Frau
Schätzt, wird Katzen gern mit Frauen,
Wenn sie beide schön sind, schauen.

Doch begegnen Ringelnatzen
Häßlich alte Fraun mit Katzen,
Geht er schnell drei Schritt zurück.
Denn er sagt: Das bringt kein Glück.

Mi. 25.1. in Rostock - da findet sich kein Foto vom Bett im Internet
P.S. ein weiteres kleines highlight des Tages war auch die rote (saubere!) Mülltüte, die ich von einem Müllmann im Bremer Hauptbahnhof erbettelt habe

Montag, 7. November 2011

Frau am Fenster/ Mujer en la ventana

Zum Post von gestern: Thema - Frau am Fenster
Referente al post de ayer: tema - mujer en la ventana

Heinrich Anton Heger ( 1832-1888): Die herzogliche Betstube in der Schloßkapelle von Schloß Gottorf, 1884 -  Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum, Schleswig

Moritz von Schwind ( 1804-1871): Die Morgenstunde, ca. 1860 - Hessisches Landesmuseum Darmstadt

Salvador Dalí (1904-1989): Muchacha en la ventana, 1925 - Museo National Reina Sofia, Madrid

Sonntag, 6. November 2011

Zitat der Woche & Sammlung 4

Wie ihr festgestellt habt, war mein hehrer Versuch, ZWEI Termine pro Woche in Form von blog-posts einzuhalten, nicht von Erfolg gekrönt. Natürlich werde ich die Sammlungen weiter vorstellen - da habe ich ja noch so einiges - aber eher unregelmäßig. Heute eine Sammlung mit Zitat...

Como habéis podido visto, no he cumplido mi intento a escribir DOS blog-posts por semana. Voy a seguir mostrar mis colecciones - hay algunas más - pero de manera irregular. Y el citado de la semana - lo siento - no puedo traducir...

Wer weiß die Hallen und dergleichen
So welthistorisch zu bestreichen?
Al fresco und für ewig fast,
Wenn's mittlerweile nicht verblaßt.
Wer liefert uns die Genresachen,
So rührend oder auch zum Lachen?
Wer schuf die grünen Landschaftsbilder,
Die Wirtshaus- und die Wappenschilder?
Wer hat die Reihe deiner Väter
Seit tausend Jahren oder später
So meisterlich in Öl gesetzt?
Wer wird vor allen hochgeschätzt?
Der Farbenkünstler! Und mit Grund!
Er macht uns diese Welt so bunt.


Darum, o Jüngling, fasse Mut;
Setz auf den hohen Künstlerhut
Und wirf dich auf die Malerei;
Vielleicht verdienst du was dabei!

aus: Maler Klecksel, 1. Kapitel

Ich habe schon lange Postkarten aufgehoben - jetzt habe ich mich entschlossen Kunstpostkarten zu sammeln. Da eine Sammlung mehr ist als die Summe ihrer Teile, sind die Karten nun in diesem Karteikasten geordnet: die Künstler, von denen ich mehr Karten habe, alphabetisch am Anfang; danach die anderen nach Geburtsjahr. Es macht Spaß, sich einen einzelnen Künster auszusuchen - oder auch die Jahrhunderte nach einen Thema durchzusuchen...

Colección 4 - postales de arte. Siempre he guardado postales que me gustaban - ahora he decidido a coleccionarlos. Como una coleccion es más que la suma de sus partes, he ordenado las tarjetas en este fichero: los artistas, de los cual tengo más postales, aparecen en primer lugar por orden alfabético, los otros detrás ordenado por fecha de nacimiento. Es divertido a coger un artista, o buscar los siglos por un tema especial...

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Das muss mal gesagt werden:

Danke!
dass ihr so eifrig meinen blog lest!

José Jiménez Aranda (1837 - 1903): Pequeños naturalistas; Museo Nacional del Prado, Madrid

kaum zu glauben, es sind schon über 6.000 Besuche und dreizehn öffentliche Mitglieder.
Mir macht es Spaß, ihn zu schreiben und hiermit begrüße ich auch meine beiden neuen MitleserInnen. Ich hoffe, ich kann euch auch weiterhin mit meinem Sammelsurium erfreuen/ überraschen/ inspirieren...
¡Gracias!
para seguir mi blog. Ya hay más de 6.000 visitas y trece seguidor@s. Me encanta escribirlo y espero que no hago demasiadas faltas...

Montag, 3. Oktober 2011

Zitat der Woche - verspätet

In den letzten Tagen war ich sehr beschäftigt, daher gibts das Sonntags-Zitat erst heute. Ich hatte nämlich drei Tage "frei", d.h. Walter war in D und ich alleine (mit Kasimir). Von meinen Aktivitäten gibts demnächst mehr zu erzählen und sehen...
Aber nun das Zitat der Woche:

Und, was auch einer sagen mag,
Genußreich ist der Nachmittag,
Den ich inmitten schöner Dinge
Im lieben Kunstverein verbringe;
Natürlich meistenteils mit Damen.

Hier ist das Reich der goldnen Rahmen,
Hier herrschen Schönheit und Geschmack,
Hier riecht es angenehm nach Lack;
Hier gibt die Wand sich keine Blöße,
Denn Prachtgemälde jeder Größe
Bekleiden sie und warten ruhig,
Bis man sie würdigt, und das tu ich....
... lest unbedingt selber weiter bei Maler Klecksel, 1. Kapitel 

Claude Monet: La casa entre las rosas
Ich hatte nämlich gestern einen angenehmen Nachmittag im Carmen Thyssen Museum Málaga. Dort gibt es noch bis zum 16. Oktober eine Sonderausstellung: La tradición moderna - Monet Picasso Matisse Miró. In Madrid waren einige Bilderplätze an den Wänden leer und nur mit einem kleinen Hinweisschild: Ist z.Zt in Málaga.
Da ich Walter am Abend vom Flughafen abholen wollte, war es die ideale Möglichkeit, den Tag zu verbringen. Und auch die Dauerausstellung ist sehr sehenswert mit vielen spanischen Malern des XIX Jahrhunderts, die das romantische Andalusien endeckt haben.
Dass ich zu blöd war, in die richtige U-Bahn zu steigen, die zum Flughafen fährt und statt dessen in der Pampa landete, von wo die nächste Stunde kein Zug zurück fuhr und ich somit mit einem Bus ins nächste Dorf fahren musste, wo ich schließlich  einen Taxistand ohne Taxi aber mit Telefonnummer fand und sogar eine Telefonzelle in der Nähe und ich dann schließlich 20 € ärmer und 10 Minuten zu spät am Flughafen war, während W. 20 min zu früh ankam und wir uns fast verpassten, sei nur am Rand erwähnt.

Sonntag, 9. Januar 2011

Zitat der Woche

"Wohl besorgt ist dieses nun,
Walter kann was andres tun."

Im Gegensatz zu Julchens Taten, sind Walters allerdings wirklich "wohl besorgt" und es freut mich besonders, das das große Fliesenbild einen Platz an der Wand gefunden hat, nachdem es jahrelang als Schreibtischplatte missbraucht wurde.

Mein Vater hat es 1973 in Unterglasurtechnik gemalt nach einer Vorlage in einem Fliesenbuch, das ich jetzt besitze und daher zitieren kann:
"Cornelis Pietersz Boumeester (1652-1733): Das Staatsschiff "Rotterdam" auf der Maas bei Katendrecht. Im Hintergrund die Stadt Rotterdam. Historisches Museum Rotterdam."
aus:
Eine Geschichte der Wand- und Bodenfliesen von Anne Berendsen, Marcel B. Keezer, Sigurd Schoubye, João Miguel dos Santos Simões, Jan Tichelaar. Keysersche Verlagsbuchhandlung 1964


Und ich denke, meinen Vater hätte es auch gefreut.

Sonntag, 10. Januar 2010

Geburtstag von Annette von Droste-Hülshoff


  • Anna Elisabeth Franzisca Adolphina Wilhelmina Ludovica Freiin von Droste zu Hülshoff
  • Geboren: 10. 1. 1797 auf Schloß Hülshoff bei Münster/Westfalen (nach anderen Quellen: 12.1.)
  • gestorben am 24. 5. 1848 in Meersburg/Bodensee.

Annette von Droste-Hülshoff wurde am 10. Januar 1797 auf Schloss Hülshoff, einer alten Wasserburg, bei Münster als Tochter eines alten katholischen Adelsgeschlechtes geboren. Nachdem das Kirchenbuch korrigiert wurde, wird der 14. Januar als Geburtstag genannt, die Familie spricht vom 12. Januar.
Die Mutter, Therese Luise Droste-Hülshoff geb. von Haxthausen war eine strenge, energische Frau, der Vater, Clemens August Freiherr von Droste-Hülshoff, war der sanftere der beiden Elternteile.
In ihrer Kindheit erhielt Anette von Droste-Hülshoff Privatunterricht, in Fächern, die für Mädchen ihrer Zeit durchaus unüblich waren. Sie galt als musikalisch und sprachlich begabt. Mit 16 Jahren lernt sie bei einem Besuch bei Verwandten Wilhelm Grimm kennen.
Aufgrund einer langen Brieffreundschaft zu Anton Mathias Sprickmann ist viel von Droste-Hülshoffs Gefühlsleben bekannt. Sie schrieb ihm über ihre literarischen und Lebenspläne und ihren Gefühlen. Sie litt unter den Einschränkungen, die man ihr als Frau auferlegte und vermisste die Akzeptanz ihres eigenständigen Denkens. 1820 machte sie sich erste Notizen zur "Judenbuche".
Mit 23 Jahren verliebte sie sich in zwei miteinander befreundete Studenten, die sie im Haus ihrer Verwandtschaft kennen lernte. Es endete mit dem Bruch zu beiden Männern und mit dem Verlust der Zwanglosigkeit innerhalb der Familie. In dieser Zeit denkt sie sehr viel nach und entwickelt ein sozial-konservatives Bewusstsein, das sich später auch in ihren Werken äußert. In diesen Jahren schreibt sie den ersten Teil des Gedichtszyklus "Geistliches Jahr" und verarbeitet so ihre Lebens- und Glaubensprobleme. Als sie 1825 ihre Verwandten nach langer Zeit wieder besucht, lernt sie dort ihre wichtige und langjährige Freundin Sibylla Mertens-Schaafhausen kennen.
Nach dem Tod des Vaters 1826 zieht die Mutter gemeinsam mit ihren Töchtern nach Münster. Sie leben dort in relativer Zurückgezogenheit. In dieser Zeit entstehen viele ihrer Werke. Zu ihrem Gesamtwerk zählen erzählende Prosa, Dramenfragmente, Versepen sowie Romane. 1838 erschein ihr erster Gedichtband. In einem literarischen Kreis lernte sie ihren engen Freund Levin Schücking kennen. Schücking erkannte die Begabung von Anette von Droste-Hülshoff und unterstützte sie als Förderer. Auf sein Bestreben hin wurde ab 1842 die »Judenbuche« in Fortsetzungen in Cottas Morgenblatt veröffentlicht. 1844 erschien ihr zweiter Gedichtband. Vom Honorar erwarb sie ein Anwesen, ihr »Fürstenhäusle«, in der Nähe von Meersburg. Im September 1846 brach sie, körperlich schon sehr geschwächt, noch einmal von Rüschhaus nach Meersburg auf, wo sie bis zu ihrem Tod lebte.
Text leicht verändert aus: Balladen.de

Und hier eines meiner Lieblingsgedichte :
(Gemälde von Ivan Constantinovich Aivazovsky (1817 - 1900): Die Rettung)
Es lässt sich gut auf langweiligen Ruderwachen an Bord zitieren - natürlich nur bei gutem Wetter! Ich denke auch imer, man müsste es gut zu einem Film verarbeiten können...


Die Vergeltung

I.

Der Kapitän steht an der Spiere,
Das Fernrohr in gebräunter Hand,
Dem schwarzgelockten Passagiere
Hat er den Rücken zugewandt.
Nach einem Wolkenstreif in Sinnen
Die beiden wie zwei Pfeiler sehn,
Der Fremde spricht: »Was braut da drinnen?«
»Der Teufel«, brummt der Kapitän.

Da hebt von morschen Balkens Trümmer
Ein Kranker seine feuchte Stirn,
Des Äthers Blau, der See Geflimmer,
Ach, alles quält sein fiebernd Hirn!
Er läßt die Blicke, schwer und düster,
Entlängs dem harten Pfühle gehn,
Die eingegrabnen Worte liest er:
»Batavia. Fünfhundertzehn.«

Die Wolke steigt, zur Mittagsstunde
Das Schiff ächzt auf der Wellen Höhn,
Gezisch, Geheul aus wüstem Grunde,
Die Bohlen weichen mit Gestöhn.
»Jesus, Marie! wir sind verloren!«
Vom Mast geschleudert der Matros',
Ein dumpfer Krach in aller Ohren,
Und langsam löst der Bau sich los.

Noch liegt der Kranke am Verdecke,
Um seinen Balken fest geklemmt,
Da kommt die Flut, und eine Strecke
Wird er ins wüste Meer geschwemmt.
Was nicht geläng' der Kräfte Sporne,
Das leistet ihm der starre Krampf,
Und wie ein Narwal mit dem Horne
Schießt fort er durch der Wellen Dampf

Wie lange so? er weiß es nimmer,
Dann trifft ein Strahl des Auges Ball,
Und langsam schwimmt er mit der Trümmer
Auf ödem glitzerndem Kristall.
Das Schiff! - die Mannschaft! - sie versanken.
Doch nein, dort auf der Wasserbahn,
Dort sieht den Passagier er schwanken
In einer Kiste morschem Kahn.

Armsel'ge Lade! sie wird sinken,
Er strengt die heisre Stimme an:
»Nur grade! Freund, du drückst zur Linken!«
Und immer näher schwankt's heran,
Und immer näher treibt die Trümmer,
Wie ein verwehtes Möwennest;
»Courage!« ruft der kranke Schwimmer,
»Mich dünkt ich sehe Land im West!«

Nun rühren sich der Fähren Ende,
Er sieht des fremden Auges Blitz,
Da plötzlich fühlt er starke Hände,
Fühlt wütend sich gezerrt vom Sitz.
»Barmherzigkeit! ich kann nicht kämpfen.«
Er klammert dort, er klemmt sich hier;
Ein heisrer Schrei, den Wellen dämpfen,
Am Balken schwimmt der Passagier.

Dann hat er kräftig sich geschwungen,
Und schaukelt durch das öde Blau,
Er sieht das Land wie Dämmerungen
Enttauchen und zergehn in Grau.
Noch lange ist er so geschwommen,
Umflattert von der Möve Schrei,
Dann hat ein Schiff ihn aufgenommen,
Viktoria! nun ist er frei!

II.

Drei kurze Monde sind verronnen,
Und die Fregatte liegt am Strand,
Wo mittags sich die Robben sonnen,
Und Bursche klettern übern Rand,
Den Mädchen ist's ein Abenteuer
Es zu erschaun vom fernen Riff,
Denn noch zerstört ist nicht geheuer
Das greuliche Korsarenschiff.

Und vor der Stadt da ist ein Waten,
Ein Wühlen durch das Kiesgeschrill,
Da die verrufenen Piraten
Ein jeder sterben sehen will.
Aus Strandgebälken, morsch, zertrümmert,
Hat man den Galgen, dicht am Meer,
In wüster Eile aufgezimmert.
Dort dräut er von der Düne her!

Welch ein Getümmel an den Schranken! -
»Da kommt der Frei - der Hessel jetzt -
Da bringen sie den schwarzen Franken,
Der hat geleugnet bis zuletzt.«
»Schiffbrüchig sei er hergeschwommen«,
Höhnt eine Alte: »ei, wie kühn!
Doch keiner sprach zu seinem Frommen,
Die ganze Bande gegen ihn.«

Der Passagier, am Galgen stehend,
Hohläugig, mit zerbrochnem Mut,
Zu jedem Räuber flüstert flehend:
»Was tat dir mein unschuldig Blut?
Barmherzigkeit! - so muß ich sterben
Durch des Gesindels Lügenwort,
O, mög' die Seele euch verderben!«
Da zieht ihn schon der Scherge fort.

Er sieht die Menge wogend spalten -
Er hört das Summen im Gewühl -
Nun weiß er, daß des Himmels Walten
Nur seiner Pfaffen Gaukelspiel!
Und als er in des Hohnes Stolze
Will starren nach den Ätherhöhn,
Da liest er an des Galgens Holze:
»Batavia. Fünfhundertzehn.«


Freitag, 25. Dezember 2009

Geburtstag von Juan Ramón Jiménez

Heute möchte ich an den Geburtstag eines spanischen Literaturnobelpreisträgers erinnern:
  • Juan Ramón Jiménez Mantecón
  • geboren: 24.12.1881 (nach anderen Quellen 23.12.) in Moguer (Provinz Huelva), Spanien
  • gestorben: 29.05.1958 in San Juan, Puerto Rico
Juan Ramón Jiménez wurde am 24.12.1881 als Sohn eines Weinhändlers in der Provinz Huelva in Andalusien geboren. Seit seinem 10. Lebensjahr besuchte er das Jesuitenkolleg von El Puerto de Santa Maria bei Cádiz. Die Einsamkeit in dem Kolleg verstärkte seine angeborene Neigung zu Depressionen. 1896 begann er ein Jurastudium in Sevilla, das er aber schon nach zwei Monaten abbrach. Er widmete sich stattdessen zunächst der Malerei und dann ganz der Poesie. Eine seelische Krise nach dem Tod seines Vaters 1900 machte den Aufenthalt in verschiedenen Sanatorien nötig. 1901 gelang ihm mit „Arias tristes“ der literarische Durchbruch. Durch den Verlust des väterlichen Erbes kam Jiménez in massive finanzielle Bedrängnis, dachte sogar an Suizid, übersiedelte 1905 ins andalusische Moguer, wo die Idee zu "Platero y Yo" entsteht, 1911 nach Madrid.
Hier begegnete er zahlreichen Künstlern der Zeit, dem Maler Salvador Dalí, dem Dichter Federico García Lorca, dem Philosophen José Ortega y Gasset u.a. Und er lernte hier Zenobia Camprubí, die Tochter einer Nordamerikanerin und eines spanischen Ingenieurs, der in Puerto Rico lebte, kennen, die wenig später seine Frau wurde. Für die Hochzeit reisten beide 1916 in die Vereinigten Staaten, eine Reise, die für Jiménez' Schaffen einen wichtigen Wendepunkt bedeutete. Vor dem Spanischen Bürgerkrieg floh das Ehepaar ebenfalls in die USA, lebte dann aber in verschiedenen Ländern Lateinamerikas und ließ sich ab 1951 endgültig in San Juan de Puerto Rico nieder, wo Juan Ramón Jiménez nur eineinhalb Jahre nach dem Tod seiner Frau starb. Den Nobelpreis am 10. Dezember 1956 in Stockholm nahm Jiménez nicht selbst entgegen, da er um seine gerade verstorbene Frau trauerte.
(Text aus verschiedenen Quellen zusammengefügt: wikipedia deutsch, spanisch, Fundacion JRJ; Porträt von Daniel Vázquez Díaz)


Die Prosadichtung Platero y Yo, die Geschichte einer Freundschaft zwischen dem Ich-Erzähler und einem kleinen Esel in 136 Prosaminiaturen, ist zu einem in allen Schichten und Kreisen geliebten Volksbuch der Spanier geworden. - Daraus ein kleines Zitat:
"Claro está, Platero, que tú no eres un burro en el sentido vulgar de la palabra, ni con arreglo a la definición del Diccionario de la Academia Española. Lo eres, sí, como yo lo sé y lo entiendo. Tú tienes tu idioma y no el mío, como no tengo yo el de la rosa ni ésta el del ruiseñor. Así, no temas que vaya yo nunca, como has podido pensar entre mis libros, a hacerte héroe charlatán de una fabulilla, trenzando tu expresión sonora con la de zorra o el jilguero, para luego deducir, en letra cursiva, la moral fría y vana del apólogo. No, Platero..."
"Es ist klar, Platero, dass du nicht ein Esel im gewöhnlichen Sinne des Wortes bist, noch wie ihn das Wörterbuch der spanischen Akademie definiert. Du bist einer, aber so, wie ich es weiss und verstehe: du hast deine Sprache und nicht die meine, wie ich nicht die Sprache der Rose habe, und diese nicht die der Nachtigall. Du brauchst also nicht zu befürchten, wie du vielleicht bei meinen Büchern gedacht hast, dass ich dich zum schwatzhaften Helden irgendeiner kleinen Fabel machen und deine klangvollen Äußerungen zu einem Zwiegespräch mit Fuchs oder Fink missbrauchen würde, um daraus, in Kursivschrift, die kalte und eitle Nutzanwendung der Fabel abzuleiten. nein, Platero..." (Übersetzung von Doris Deinhard aus dem Insel-Büchlein Nr. 578)

Freitag, 4. Dezember 2009

Geburtstag von Rainer Maria Rilke

Rosabella (s. auch rechte Spalte) erinnert in ihrem schönen Blog häufig an die Geburtstage berühmter Persönlichkeiten. Diese Sitte möchte ich aufgreifen und euch heute Rainer Maria Rilke vorstellen.
  • René (Karl Wilhelm Johann Josef) Maria Rilke
  • geboren: 04.12.1875 (Prag)
  • gestorben: 29.12.1926 (Valmont/Schweiz)

Österreichischer Dichter, einer der bedeutendsten Lyriker der Weltliteratur. Rilke schuf impressionistische Stimmungslyrik ('Larenopfer', 1896), Prosadichtung ('Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke', 1906), später sachliche Objektbeschreibungen ('Ding-Gedichte'), beschrieb Existenzproblematik ('Duineser Elegien', 1923, 'Sonette an Orpheus', 1923).

Nach einer unglücklichen Kindheit und dem verhassten Besuch einer Militärakademie entwickelte Rilke sich im Laufe der Jahre zu einem der bedeutendsten Autoren der Weltliteratur. Er führte ein ruheloses Leben »als Dichter«, ständig auf der »Durchreise«, unfähig, eine feste Beziehung aufzubauen (seine Ehe mit der Bildhauerin Clara Westhoff hielt nur 1 Jahr und wurde nach der Geburt der gemeinsamen Tochter Ruth »freundschaftlich« beendet). Eine lebenslange Freundschaft verband ihn (ab 1897) mit der Schriftstellerin Lou Andreas-Salomé (1861-1937), mit der er auch Russland bereiste (1899). Von 1903-1906 war Rilke als Privatsekretär bei Auguste Rodin in Paris und Meudon tätig. Die Verbindung zerbrach 1906. Seine Ballade »Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke« (1899) machte ihn berühmt. Sein einziger Roman »Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge« (1910) ist ein einmaliges, autobiographisch gefärbtes Meisterwerk. Daneben schuf er zahllose Gedichte von faszinierender Sprachkraft.

Rainer Maria Rilke starb, nach langer, schwerer Krankheit an Leukämie, an der er seit 1923 litt.

(Text aus oppisworld.de)

Und hier ist eines meiner Lieblingsgedichte - mit einem sehr gut dazu passenden Bild von August Macke (1887- 1914):



Papageien-Park
Jardin des Plantes, Paris

Unter türkischen Linden, die blühen, an Rasenrändern,
in leise von ihrem Heimweh geschaukelten Ständern
atmen die Ara und wissen von ihren Ländern,
die sich, auch wenn sie nicht hinsehn, nicht verändern.

Fremd im beschäftigten Grünen wie eine Parade,
zieren sie sich und fühlen sich selber zu schade,
und mit den kostbaren Schnäbeln aus Jaspis und Jade
kauen sie Graues, verschleudern es, finden es fade.

Unten klauben die duffen Tauben, was sie nicht mögen,
während sich oben die höhnischen Vögel verbeugen
zwischen den beiden fast leeren vergeudeten Trögen.

Aber dann wiegen sie wieder und schläfern und äugen,
spielen mit dunkelen Zungen, die gerne lögen,
zerstreut an den Fußfesselringen. Warten auf Zeugen.